Link verschicken   Druckansicht öffnen
 

1990

1990 fing alles an, im kleinen Kreise es begann. Im Gerhard-Hauptmann-Stift und Sankt-Josef-Heim, da ward ihr noch für euch allein. 1991 war keine Förderungspflicht mehr gefragt, die Schulpflicht war jetzt angesagt. Nach manchem Gespräch und Meinungsverschiedenheiten war es dann endlich soweit. Mit einem lachenden Auge und darin Tränen hieß es vom Kindergarten Abschied nehmen. Sogar ich mit meinen 12 Lenzen durfte dann mit Schultüte und Schulranzen glänzen. Die Einschulungsfeier zeigte dann, was ein Schüler so alles kann. Vorurteile und Skepsis begleiten den Anfang. Meinen Eltern war ganz schön bang. Wissen die Lehrer mit unseren Kindern umzugehen, oder wollen sie ihren Arbeitsplatz nur sicher sehen? Ich hatte meine Schwierigkeiten mit der neuen Klasse, jetzt war ich nur eine in der vielen Masse. Die meisten waren besser als ich, das ging mir ziemlich gegen den Strich. Mit Ehrgeiz und Elan setzte man alles daran mir viel beizubringen, aber wird es immer gelingen? Mathe und Lesen - diese Worte sprach ich so gerne, Ordnung mochte ich von weiter Ferne. Ein Lieblingsfach war für mich das Essen, beim Sport konnte ich mich dann messen. Mit eigenen Augen sahen meine Eltern dann, was ich doch so alles kann. Misstrauen und Skepsis verschwand, Gemeinsamkeit hielt zusammen das Band.

Aus der Sicht einer Mutter und ihrer Tochter Jessica, einer ehemaligen Schülerin unserer Schule.

 

1990

 

Auf einen Blick

Geschichte der Förderschule

Die offizielle Gründung unserer Schule für Schüler und Schülerinnen mit geistiger Behinderung zum Schuljahr 1991/92 hat eine Vorgeschichte. Denn bereits 1990/91 begann der Unterricht mit zwei Klassen im Gerhard-Hauptmann-Stift. Weitere vier Klassen wurden zum zweiten Halbjahr des gleichen Schuljahres mit Kindern aus dem Kinderheim St. Josef gebildet und in dieser Einrichtung unterrichtet.

Zwei Jahre bestanden zwei Schulstandorte, zum einen - nach einem Umzug 1991 - im ehemaligen Hortgebäude der Albert-Schweitzer-Schule in der Friedensstraße und zum anderen weiterhin im Kinderheim St. Josef.  Den Namen des Liedermachers Reinhard Lakomy erhielt die Schule am 26. Mai 1997. Dieses Datum ist seither fester Bestandteil im Veranstaltungskalender der Schule.